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Maria Theresia: Medaillen als Marketing-Maßnahme

Anlässlich des 300. Geburtstages der österreichischen Herrscherin Maria Theresia gibt die Münze Österreich eine Gedenkmünzenserie heraus, welche auf Grundlage historischer Medaillen gestaltet wurden. Die Originale sind in einer bemerkenswerten Ausstellung im kunsthistorischen Museum in Wien zu sehen, über die in Heft 06/2017 der Zeitschrift „MünzenRevue“ berichtet wurde. Eine Zusammenfassung des Artikels finden Sie hier.

Die österreichische Hauptstadt Wien befindet sich seit dem Frühjahr 2017 in einem regelrechten „Maria-Theresia“-Fieber: Der Geburtstag der Monarchin jährt sich am 13. Mai 2017 zum 300. Mal und wird mit unzähligen Veranstaltungen gefeiert. Münzensammler sollten das Kunsthistorische Museum in Wien besuchen, hier wird unter dem Motto „Zuhanden Ihrer Majestät“ das Leben von Maria Theresia im Spiegel ihrer Medaillen dargestellt. Die Ausstellung ist noch bis zum 18. Februar 2018 im Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums zu sehen. Und die Münze Österreich würdigt die Medaillenkunst von Maria Theresia mit einer besonderen Münzprägereihe: Historische Prägestempel wurden per Lasertechnik digitalisiert und modern interpretiert. Sie sind in der detailreichen High-Relief-Ausführung als Silber-Gedenkmünzen zu je 20 Euro zu haben, insgesamt vier Ausgaben sind geplant.

Medaillen waren vor hunderten Jahren wichtige Massenmedien für die Verbreitung von Herrscherbildnissen. Maria Theresia koordinierte die Medaillenprägung daher höchstpersönlich und ließ zu den unterschiedlichsten Anlässen über 300 Medaillen herstellen. Für die Medaillen gab es typische Themengebiete, darunter beispielsweise Hochzeitsmedaillen. Dadurch verdeutlichte Maria Theresia den politischen Anspruch der Vermählungen ihrer Kinder. Die Ehen dienten zur Erhaltung eines Bündnissystems zwischen den Staaten auf dem europäischen Kontinent. Zudem wurden stets Gedenkmedaillen anlässlich der Geburten der Söhne von Maria Theresia verbreitet, um den Untertanen jegliche Zweifel zu nehmen, dass das Land keinen Thronfolger bekommen würde.

Die Münze Österreich würdigt die Medaillenprägung Maria Theresias im 300. Jubiläumsjahr 2017 mit einer besonderen Gedenkmünzenserie. Bildnisse der Herrscherin wurden aus den Schätzen des Kunsthistorischen Museums ausgewählt, auf Grundlage der historischen Prägewerkzeugen wurden neue Motive gestaltet. Es wird vier Sondermünzen aus Silber mit einem Nennwert von jeweils 20 Euro geben, die zur Serie „Maria Theresia – Schätze der Geschichte“ zusammengefasst wurden. Durch das hohe Relief und eine mattierte Oberfläche kommen die prächtigen Motive von einst auch heute noch zur Geltung. Die erste Münze ist der „Fortitudo“ (deutsch: „Stärke“) gewidmet,  auf der Münze ist ein Brustbild der jungen Maria Theresia mit der Umschrift „Maria Theresia Augusta“ zu sehen. Die Vorlage, ein Relief des Medailleurs Matthäus Donner aus dem Jahre 1741, wird im kunsthistorischen Museum ausgestellt Auf der Rückseite ist eine Collage aus zwei Reliefelementen historischer Medaillen zu sehen, auf denen die Königin in Gestalt der bewaffneten Minerva zu sehen war. Die Gedenkprägungen haben eine Auflage von lediglich 30.000 Stück. Die erste Münze ist am 19. April 2017 erschienen.

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Sebastian Wieschowski
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