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Null-Euro-Souvernierscheine: Kurzlebiger Hype oder die Zukunft des Banknoten-Sammelns?

So einen Ansturm hat die Numismatik schon lange nicht mehr gesehen: Der „Null-Euro-Schein“ entwickelt sich zu einem Sammelgebiet für breite Massen. Aus der Idee eines Franzosen, der touristische Gedenkmedaillen mit Sehenswürdigkeiten als Souvenirs vertrieben hatte und nach dem nächsten „großen Ding“ suchte, ist eine europaweite Sammelmanie geworden. Über das neue Sammelgebiet berichtete die Zeitschrift „Money Trend“ in Heft 10/2018. Eine Zusammenfassung des Artikels finden Sie hier.

Die Idee hinter den Null-Euro-Banknoten ist durchaus lobenswert: Als Gegenleistung für die Aufstellung eines Null-Euro-Banknoten-Automatens werden die Touristenattraktionen, die auf der Null-Euro-Banknote zu sehen sind, am Erlös aus dem Verkauf beteiligt. Das große Interesse an den neuartigen Banknoten-Imitaten rührt womöglich auch von der hochwertigen Verarbeitung: Die französische Spezialdruckerei „Oberthur Technologies“ zeichnet für den Druck verantwortlich und setzt diverse Sicherheitsmerkmale ein, die von herkömmlichen Banknoten bekannt sind. Die Euro-Banknoten haben sogar eine fortlaufende Seriennummer.

Inzwischen mischt sich in die Euphorie allerdings auch Kritik: Die Produktion der Souvenir-Scheine ist ein attraktives Geschäftsmodell, bis Mitte 2018 sind mindestens 700 verschiedene Motive auf den Markt gekommen und sogar in Asien sowie den USA werden Null-Euro-Banknoten vertrieben. Eine vollständige Sammlung ist längst zu einem so gut wie unerreichbaren Ziel geworden. Dennoch nimmt das Interesse an den bunten Phantasiebanknoten immer weiter zu und es bleibt zu hoffen, dass durch diesen Trend auch das klassische Banknotensammeln neuen Zulauf erfährt.

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Sebastian Wieschowski
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