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Munich Show 2026: Warum diese neue Münzenmesse eine echte Chance für unsere Branche ist

Munich Show 2026: Warum diese neue Münzenmesse eine echte Chance für unsere Branche ist

Zusammenfassung

Eine neue Münzenmesse in Deutschland? Davon gibt es nicht gerade viele. Umso neugieriger war ich auf die Premiere des numismatischen Bereichs der Munich Show, die vom 23. bis 25. Oktober 2026 in München stattfand. Inzwischen habe ich mit einem befreundeten Münzhändler gesprochen, der selbst als Aussteller dabei war, und weitere Erfahrungsberichte gelesen. Mein Eindruck: Hier könnte etwas entstehen, das unserer Branche schon lange fehlt.

Zunächst einmal sind die Dimensionen beeindruckend. Die Munich Show ist eigentlich eine Messe für Mineralien, Edelsteine und Fossilien. Fünf riesige Messehallen, nach Angaben von Ausstellern rund 50.000 Besucher und ein Publikum, das weit über die klassische Sammlerszene hinausreicht. Erstmals erhielt nun auch die Numismatik einen eigenen Bereich, der ungefähr eine halbe Messehalle umfasste. Mit dabei waren bekannte Unternehmen wie Künker, Gorny & Mosch, Heritage, Leu Numismatik und CIT Coin Invest. Allerdings war die Zahl der Aussteller noch überschaubar. Viele Händler und Institutionen wollten sich die neue Veranstaltung offenbar zunächst ansehen, bevor sie selbst einen Stand buchen.

Was mich an den bisherigen Rückmeldungen besonders begeistert, ist allerdings nicht die Größe der Messe. Es ist das Publikum. Wer die World Money Fair in Berlin oder andere etablierte Münzenmessen besucht, kennt das Bild: Viele Besucher beschäftigen sich seit Jahren oder Jahrzehnten mit Münzen. Man kennt die Händler, die Sammler und häufig auch die Gesichter. In München war das offenbar ganz anders. Dort kamen zahlreiche Menschen in den Münzenbereich, die vorher noch nie eine Sammlermünze aus der Nähe gesehen hatten. Familien mit Kindern, neugierige Messebesucher und Menschen, die ursprünglich wegen der Mineralien gekommen waren. Plötzlich standen sie vor kunstvoll gestalteten Münzen und entdeckten eine Welt, von der sie bislang kaum etwas wussten.

Besonders eindrucksvoll muss die Resonanz am Stand von CIT Coin Invest gewesen sein. Mein Gesprächspartner berichtete begeistert davon, wie fasziniert viele Besucher auf die modernen Prägetechniken und außergewöhnlichen Motive reagierten. Auch Ursula Kampmann hebt in ihrem Rückblick für die MünzenWoche hervor, dass der Stand zu den Publikumsmagneten gehörte. Das überrascht mich nicht. Wer zum ersten Mal eine moderne Sammlermünze mit beeindruckendem Hochrelief sieht, braucht keine numismatischen Vorkenntnisse, um von ihrer Gestaltung fasziniert zu sein. Solche Münzen können einen Zugang zur Numismatik eröffnen, der über die klassischen Sammelgebiete hinausgeht.

Auch wirtschaftlich scheint die Premiere durchaus erfolgreich gewesen zu sein. Zwar nutzten einige Unternehmen die Messe vor allem zur Markenbildung und weniger für unmittelbare Verkäufe. Besonders kleinere Händler sollen sich jedoch über gute Geschäfte gefreut haben. Das finde ich bemerkenswert, denn es zeigt, dass sich die Neugier der Besucher durchaus in konkrete Kaufentscheidungen verwandeln kann. Offenbar muss man nicht bereits seit Jahren Münzen sammeln, um auf einer Messe spontan ein interessantes Stück zu erwerben. Vielleicht beginnt genau so manche neue Sammelleidenschaft.

Für mich steckt darin eine wichtige Erkenntnis. In unserer Branche sprechen wir häufig darüber, wie wir neue und vor allem jüngere Sammler gewinnen können. Gleichzeitig bewegen wir uns mit unseren Angeboten, Veranstaltungen und Kommunikationsformen oft innerhalb einer vergleichsweise kleinen Gemeinschaft. Wir erreichen vor allem Menschen, die bereits Münzen sammeln. Die Munich Show dreht diesen Ansatz gewissermaßen um: Die Numismatik begibt sich dorthin, wo sich Zehntausende Menschen aufhalten, die bislang ganz andere Interessen haben. Natürlich wird nicht jeder Besucher zum Münzensammler. Aber selbst wenn nur ein kleiner Teil erstmals Interesse entwickelt, wäre bereits viel gewonnen.

Noch ist die neue Münzenmesse ein Experiment. Es braucht mehr Aussteller, ein breiteres Angebot und sicherlich auch Geduld. Positiv stimmt mich, dass die Organisation von den Teilnehmern ausdrücklich gelobt wird und der Veranstalter den numismatischen Bereich nach eigenen Ankündigungen über mindestens drei Jahre entwickeln möchte. Die nächste Munich Show ist bereits für den 15. bis 17. Oktober 2027 geplant. Ich hoffe, dass dann noch mehr Unternehmen den Schritt nach München wagen.

Denn eines sollten wir nicht vergessen: Die Zukunft der Numismatik entscheidet sich nicht allein daran, wie gut wir bestehende Sammler bedienen. Mindestens ebenso wichtig ist die Frage, wie wir Menschen erreichen, die heute noch gar nicht wissen, dass Münzen ein faszinierendes Hobby sein können. Wenn es der Munich Show gelingt, genau diese Menschen anzusprechen, könnte sie langfristig zu einer der interessantesten Veranstaltungen unseres Hobbys werden. Ich werde die weitere Entwicklung jedenfalls mit großem Interesse verfolgen.

Foto: Ursula Kampmann / MünzenWoche

COINOSSEUR

Jahr

2017

Seiten

270

Format

DIN A5 (14,8 x 21,0 cm), Hochweriger Graustufen-Druck, Premium-Glanzpapier

Preis

24,90 Euro