Die Ausgabe der neuen portugiesischen Zwei-Euro-Gedenkmünze zum 70-jährigen Bestehen der Calouste-Gulbenkian-Stiftung sorgt für Diskussionen unter Münzsammlern. Portugal hat die Auflage der am 7. Oktober 2026 ausgegebenen Münze deutlich reduziert. Lediglich 100.000 Exemplare sind für die Ausgabe zum Nennwert vorgesehen. Hinzu kommen 11.000 Münzen in Coincards, 8.000 Exemplare in der Prägequalität Polierte Platte sowie 5.000 Stück in Reverse Proof. Damit beträgt die Gesamtauflage 124.000 Exemplare.
Die niedrige Auflage bedeutet einen bemerkenswerten Kurswechsel in der portugiesischen Ausgabepolitik. Bislang gehörte Portugal zu den vergleichsweise preiswerten Sammelgebieten für Zwei-Euro-Gedenkmünzen. Die regulären Ausgaben waren üblicherweise in größeren Stückzahlen von einer halben Million Stück in Rollen verfügbar und konnten zu moderaten Preisen erworben werden. Bei der Gulbenkian-Münze zeichnet sich dagegen eine erhebliche Verteuerung ab. Erste Händlerangebote erreichen bereits 40 bis 50 Euro für ein einzelnes Exemplar aus der Rollenausgabe.
Zusätzlichen Unmut verursachten Probleme beim Verkaufsstart der Sondervarianten im Onlineshop der portugiesischen Münzstätte INCM. Zahlreiche Sammler berichteten am 7. Oktober über Schwierigkeiten beim Bestellvorgang. Teilweise ließen sich Münzen zwar in den Warenkorb legen, der Bezahlvorgang konnte jedoch nicht abgeschlossen werden. Andere Kunden erhielten zunächst eine Bestellbestätigung, bevor ihre Bestellung wieder storniert wurde. Die Münzstätte bestätigte anschließend technische Probleme beim Onlineverkauf der besonders veredelten Ausgabe und kündigte an, an einer Lösung zu arbeiten. In den folgenden Tagen waren die Ausgaben zeitweise wieder im Shop sichtbar, allerdings nicht durchgehend bestellbar. Einzelnen Sammlern gelang dennoch ein erfolgreicher Kauf.
Auch die Vertriebspolitik der portugiesischen Münzstätte steht in der Kritik. Sammler aus Deutschland berichteten, dass Bestellungen mit deutscher Lieferadresse nicht möglich gewesen seien. In einschlägigen Onlineforen wurde dies mit europäischen Verpackungsvorschriften in Verbindung gebracht. Mitte Oktober teilte die Münzstätte einem Sammler auf Nachfrage mit, dass die gewünschte Ausgabe nicht verfügbar sei und derzeit keine Nachlieferung vorgesehen sei. Die Kombination aus niedriger Auflage, Schwierigkeiten beim Direktverkauf und hohen Preisen im Zweitmarkt belastet damit das bislang vergleichsweise sammlerfreundliche Image Portugals.
Foto: INCM



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