In seiner Märzprognose rechnete der WPIC für 2026 noch mit einem weltweiten Platinmangel von rund sieben Tonnen. Die Nachfrage nach physischen Platinbarren und -münzen sollte den damaligen Erwartungen zufolge um etwa 35 Prozent auf 23 Tonnen steigen. Der Verband verwies auf begrenzte Minenversorgung und mögliche Investorenkäufe. Dabei handelte es sich um Prognosen zu einem bestimmten Stichtag, nicht um endgültige Jahresergebnisse. Die zugrunde liegende Originalveröffentlichung ist bei Sina dokumentiert.
Herbst: Neue Rechnung
Im September korrigierte der WPIC seine Erwartungen. Nun wurde ein weltweiter Angebotsüberschuss von etwa acht Tonnen in Aussicht gestellt. Wesentliche Gründe waren nach der Berichterstattung eine schwächere Investmentnachfrage und Mittelabflüsse aus börsengehandelten Platinprodukten. Die Markteinschätzung machte sichtbar, wie stark Prognosen bei einem relativ kleinen Edelmetallmarkt durch veränderte Kapitalströme beeinflusst werden können.
China als wichtiger Unsicherheitsfaktor
Besonders auffällig war die schwächere chinesische Nachfrage. Für das erste Quartal meldete der WPIC einen Rückgang der Platinschmucknachfrage um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine spätere Analyse verwies auch auf rückläufige chinesische Investments in Platinmünzen. Diese Daten stehen in einem interessanten Verhältnis zum Ausbau des chinesischen Platin-Panda-Programms. Ein größeres geplantes Angebot ist jedoch kein Beweis für entsprechend höhere Verkäufe.
Lehren für den numismatischen Markt
Bei den Platin-Pandas sollte zwischen genehmigter Höchstauflage, tatsächlicher Produktion und Käufernachfrage unterschieden werden. Die globale Prognose ist lediglich ein Rahmen für den Metallmarkt und sagt nichts über die Preisentwicklung einer bestimmten Sammlermünze aus. Gerade der schnelle Wechsel von Defizit zu Überschuss zeigt, weshalb ältere Marktprognosen nur mit Datum wiedergegeben werden sollten.


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