Am 9. April stießen Bauarbeiter bei Arbeiten an einer Abwasserleitung auf die Münzen. Die Fundstelle lag ungefähr 3,8 Meter unter der Oberfläche. Denkmalschützer stoppten die Arbeiten, dokumentierten das Gelände und veranlassten eine Bergung. Material, das bereits mit Bauabraum abgefahren worden war, musste zurückgeholt werden. Der spektakuläre Wert von drei Tonnen bezeichnet eine erste Schätzung einschließlich anhaftender Erde und Wasser. Er ist keine metallurgisch bestimmte Kupfermasse und erlaubt auch keine Berechnung der Stückzahl. Die zugrunde liegende Originalveröffentlichung ist bei Sina dokumentiert.
Von Kaiyuan bis zur Südlichen Song-Dynastie
Unter den identifizierten Münzen befanden sich Ausgaben aus der Tang-, Song- und Jin-Zeit. Genannt wurden die frühen Kaiyuan-Tongbao-Prägungen und als spätes Beispiel Shaoding Tongbao aus der Südlichen Song-Dynastie. Fachleute erkannten Münzen mit mehr als 40 Regierungsdevise-Bezügen; neben dem Geld wurden Keramikscherben geborgen. Die Mischung unterschiedlicher Epochen ist für alte chinesische Geldhorte nicht ungewöhnlich, da Kupfergeld über lange Zeiträume zirkulieren und erneut in Umlauf gelangen konnte.
Warum der Zusammenhang wichtiger als der Einzelpreis ist
Ein großer geschlossener Fund kann Handelsbeziehungen, Umlaufdauer und regionales Geldverhalten dokumentieren. Die Münzen sind deshalb als archäologischer Zusammenhang wertvoll, selbst wenn einzelne Stücke auf dem Sammlermarkt nicht besonders selten wären. Nach ersten Einschätzungen könnte das Depot zu einer historischen Geldgeschäftsstelle gehören. Diese Deutung ist vorläufig und muss durch die wissenschaftliche Untersuchung von Fundlage, Zusammensetzung und begleitendem Material abgesichert werden.
Erfassen statt verkaufen
Für die weitere Forschung müssen die Münzen gereinigt, bestimmt, fotografiert und möglichst vollständig inventarisiert werden. Nur so lassen sich Häufigkeiten einzelner Regierungsperioden und mögliche zeitliche Schwerpunkte erkennen. Gerade bei Massenfunden ist die Versuchung groß, den Wert mit hypothetischen Einzelpreisen zu multiplizieren. Das wäre sachlich falsch: Die archäologische Bedeutung entsteht vor allem aus der dokumentierten Gesamtheit und ihrer Fundgeschichte.


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