Der Guotou-Ruixin-Silber-LOF ist ein börsengehandelter offener Fonds mit Bezug zu Silberterminkontrakten. Am 29. Januar lag sein Handelspreis nach chinesischen Berichten bei 5,247 Yuan je Anteil, während sich der Börsenpreis deutlich vom Fondswert entfernt hatte. Die ausgewiesene Prämie erreichte rund 64 Prozent. Wer zu diesem Kurs kaufte, bezahlte nicht bloß eine Erwartung auf steigende Silberpreise, sondern zusätzlich einen Aufschlag auf den rechnerischen inneren Wert. Die zugrunde liegende Originalveröffentlichung ist bei Sina dokumentiert.
Warum die Abweichung entstehen konnte
Ein LOF besitzt zwei Preisbildungsebenen: den durch die Vermögenswerte bestimmten Nettoinventarwert und den durch Angebot und Nachfrage an der Börse gebildeten Handelspreis. Bei hoher Nachfrage kann der zweite Preis stärker steigen. Einschränkungen bei der Ausgabe neuer Fondsanteile können die Verfügbarkeit zusätzlich reduzieren. Gerade in einer dynamischen Silberhausse kann so eine ausgeprägte Prämie entstehen.
Der Handelsstopp als Warnung
Die Fondsgesellschaft reagierte mit Risikohinweisen und einer zeitweisen Aussetzung des Börsenhandels. Damit wollte sie Anleger auf mögliche Verluste aufmerksam machen, die selbst dann entstehen könnten, wenn sich der Silberpreis kurzfristig nicht verändert. Sinkt allein der Fondsaufschlag, verliert ein zum hohen Börsenkurs erworbener Anteil an Wert. Das ist ein zusätzliches Risiko gegenüber einer direkten Anlage in Silber.
Was dies für physische Münzen bedeutet
Auch bei Silber-Pandas und anderen Sammlermünzen können Aufschläge auf den Materialwert stark schwanken. Die Mechanismen sind jedoch nicht identisch. Beim Fonds entsteht die Abweichung gegenüber einem täglich berechneten Nettoinventarwert; bei Münzen hängen Aufpreise außerdem von Herstellung, Vertrieb und Sammlerinteresse ab. In beiden Fällen wäre es falsch, den Gesamtpreis mit dem reinen Silberwert gleichzusetzen.


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